Laghi Baudesign

Projekt 03: BEHR’SCHE VILLA DRESDEN

Straßenansicht der sanierten Behr’schen Villa in Dresden: hell verputzte Fassade mit Dreiecksgiebel und Rundbogenfenstern im Erdgeschoss, davor Zaun, Gehweg und eine vorbeigehende Passantin
German Design Award — Winner 2024

Die seit 30 Jahren leerstehende Ruine der Dresdner Behr’schen Villa des ehemaligen sächsischen Finanzministers August von Behr stammt aus dem Jahr 1827 und wurde vor weiterem Verfall bewahrt und umfassend saniert. Sie wurde in ein modernes Bürogebäude umgewandelt und beherbergt nun auch den TSSB-Standort Dresden.

Der Zustand des Gebäudes war geprägt von Wasserschäden, Brandschäden, trockener Fäulnis auf allen Etagen und die Einbaulage in Bezug auf das Straßenniveau ließ das Gebäude unauffällig erscheinen. Deshalb wurde der untere Sockel bis zum Erdgeschoss aufgestapelt, der Dachstuhl erneuert und die Villa komplett entkernt. Durch die Spiegelung der bestehenden rechten Erweiterung auf der linken Seite bildet das Gebäude nun ein symmetrisches Gesamtbild.

Visualisierung der sanierten Villa von der Straßenecke: hell verputzter Baukörper mit Giebeln und Dachfenstern, davor Zaun, Garten und weiße Personen-Silhouetten
Leistung
stellvertretenderProjektleiter,Designer,i. Designer
Team
2 Personen
Typ
Renovierung + Umbau
Standort
Dresden
BGF
900 m²
Jahr
2019–2020
LPH
LP 1–9
Link
tssb.de/projekte

Vor & Nachher

Nachher: Eckansicht der sanierten Villa in der Abenddämmerung, erleuchtete Fenster, neues Schieferdach, gepflegter Rasen
Die Villa wurde 1993 zum Kulturdenkmal deklariert!
Vorher: dieselbe Eckansicht als Ruine — vernagelte Fenster, abgeplatzter Putz, Graffiti und Wildwuchs vor dem Sockel
Nachher: die sanierte Villa von der Gartenseite, hell verputzt, mit neuem Schieferdach, verglastem Dachaufbau, Balkon und frisch gepflanzten Bäumen
Vorher: dieselbe Seite als Ruine — verfallene Veranda, Graffiti und lehmiger Weg vor dem leerstehenden Haus
Nachher: symmetrische Giebelfassade mit erleuchteten Fenstern, davor der neu angelegte Garten mit geschwungenen Beeten
Vorher: dieselbe Giebelfassade verfallen, mit vernagelten Fenstern und Graffiti, halb zugewachsen, davor ein Verkaufsschild

Das Konzept und die Ausführung

Perspektivischer Schnitt durch die Villa in Längsrichtung: Keller, zwei Vollgeschosse und Dachgeschoss, in der Mitte das Wendeltreppenhaus
Grundriss Erdgeschoss mit Möblierung: in der Mitte das Wendeltreppenhaus, links davon der Block mit Toiletten und Küche, rechts die Garderobe, ringsum Arbeitsplätze und ein langer Besprechungstisch
Schemagrundrisse von Dachgeschoss, Erd- und Obergeschoss sowie Keller mit rot hervorgehobenen Bauteilen
Perspektivischer Schnitt durch das Treppenhaus: die Wendeltreppe vom Keller bis unter das Dach

Wie das Äußere ist auch das Innere nach dem Prinzip der Symmetrie organisiert. Das historische Treppenhaus ist der zentrale Block, der in seiner ursprünglichen Form und Materialität erhalten ist. Die beiden tragenden Betonwände ziehen sich durch das gesamte Volumen und stehen orthogonal zum zentralen Block. Zwei weitere Blöcke entstehen dann entlang dieser Achse, symmetrisch zum Treppenhaus. Die drei so entstandenen Blöcke definieren den Innenraum auf einfache, aber effektive Weise: links sind die Toiletten und die Küche, während sich rechts die Garderobe befindet.

Blick in das historische Treppenhaus: steinerne Wendeltreppe mit Handlauf an der geschwungenen, patinierten Wand

Die Innenräume

Büroraum mit rohem Deckenputz und erhaltener Stuckrosette, große ringförmige Pendelleuchte über Arbeitsplätzen, Regal und Fischgrätparkett
Besprechungsraum mit langem Holztisch und schwarzen Stühlen, hohe Sprossenfenster und freigelegte Sandsteingewände

Ein Farbkonzept in Schwarz-Weiß unterstützt die historischen Details, die an die Vergangenheit erinnern. Folglich schaffen moderne Materialien wie die schwarzen 3D-Fliesen im Bad interessante Kontraste.

Alle Schritte waren an strenge Auflagen des Denkmalamtes geknüpft, wobei das gesamte Erscheinungsbild und die Substanz erhalten bleiben mussten.

Bad mit schwarzen 3D-Fliesen: sechseckige Fliesen mit facettiertem Relief und Blütenmotiven, schwarzes Wand-WC, Waschrinne aus Edelstahl, Wandleuchten werfen Lichtkegel auf die Fliesen

Nächstes Projekt: THERESE – Mehrfamilienhaus

04 — Mehrfamilienhaus, Neubau

Eine Mehrfamilienvilla im Zentrum der Dresdner Neustadt: helle Wohnungen mit hochwertiger Aussicht und eine luxuriöse Maisonette-Wohnung mit Blick auf die Dächer der Stadt. Wie vom Kunden gewünscht, erhielt die Fassade einen klassischen Stil, der den historischen Kontext widerspiegelt.

Grazie Danke

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Laghi Baudesign
Sofia Laghi, Architektin
Dresden

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